C – Sonstige Abfälle

Sammlung, Abgabe und Annahme von sonstigen Schiffsbetriebsabfällen

 

Die Abfallstoffe des Teil C bilden eine Restgruppe gegenüber den Kategorien der öl- und fetthaltigen Abfälle einerseits und der Ladungsabfälle andererseits. Teil C beschäftigt sich insbesondere mit der Handhabung an Bord, wobei nach der großen Gruppe der Frachtschiffe und der Flotte von Passagierschiffen unterschieden werden muss.

Die Regelung im Übereinkommen für Frachtschiffe hat das Ziel, für ein Niveau an Vorrichtungen und eine Finanzierungsform in den einzelnen Ländern zu sorgen, die vergleichbar mit denjenigen sind, die „an Land“ vorhanden sind. Leicht zugängliche Abgabedepots in der Nähe der Schiffsanleger und eine pauschale Finanzierung, die wenn möglich in andere bestehende Zahlungsverpflichtungen integriert ist. So kann der Hausmüll in den Häfen abgegeben werden und es wird dafür keine direkte Bezahlung fällig, sondern die Kosten werden durch die Zahlung von Hafengeldern gedeckt. Auch die Abgabe von übrigem Sonderabfall ist in vielen Fällen kostenlos, aber es kann ein Beitrag verlangt werden, der die Form eines Abonnements haben kann.Für die Behandlung von häuslichem Abwasser von Frachtschiffen sind noch keine Regeln vorgesehen.

 

Da die örtlichen Regelungen für den Umgang mit Abfällen und die diesbezüglichen Rechtsvorschriften in den einzelnen Ländern sich stark unterscheiden können, muss auch mit einem unterschiedlichen Niveau an Einrichtungen in den Ländern und den einzelnen Häfen gerechnet werden. Die Binnenschifffahrt ist damit vertraut. Es wird jedoch angestrebt, die Koordination auszuweiten und zu einer Optimierung auf internationaler Ebene zu kommen.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Fahrgastschiffe. Diese Schiffe machen schon seit jeher einen Teil der Schifffahrt auf den Binnengewässern aus, vor allem jedoch in den letzten Jahrzehnten wurde die Flotte um eine Reihe von Schiffen erweitert und dieses Flottensegment umfasst derzeit mehrere Tausend Schiffe. Dabei handelt es sich sowohl um Schiffe für Tagestouren, deren Fahrgebiet eher örtlich begrenzt ist, als auch Kreuzfahrtschiffe, die das gesamte europäische Fahrstraßennetz durchqueren. Diese Schiffe können große Mengen an Fahrgästen beherbergen; aus diesem Grund ist der Behandlung des häuslichen Abfalls besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der häusliche Abfall, der hier Betriebsabfall ist, muss von diesen Schiffen an spezialisierte Dienstleister abgegeben werden; Verarbeitung an Bord ist nicht zulässig, und für die Abgabe muss
durchgängig bezahlt werden.

 

Die Regelung für häusliches Abwasser geht von einem Einleiteverbot für Schiffe ab 50 Passagieren aus; dieses Einleiteverbot kann auf zwei Arten angewandt werden:

– Lagerung an Bord in speziell dafür eingerichteten Tanks für Schmutzwasser und Abgabe dieses Wassers im Hafen (Anschluss an die Kanalisation oder auf andere Art)

– Behandlung an Bord in einer zugelassenen Bordkläranlage; dabei darf der geklärte Wasseranteil in das Oberflächenwasser eingeleitet werden, wodurch das Schiff in dieser Hinsicht größere Unabhängigkeit erlangt. Der Klärschlamm, der bei diesem Prozess entsteht, muss bei zur Verarbeitung zugelassenen Betrieben abgegeben werden.Informationen zur Typenzulassung der Bordkläranlagen: siehe „Bordkläranlagen“ auf der ZKR Webseite.

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